1990: „Was wollen denn Sie in der Wahlkommission?!“

Mit dieser Frage wurde ich zur Wahl im „VEB Fahrzeugachsen Gotha“ 1990 zu den ersten freien Wahlen empfangen. Ich sei doch einer von „diesen Alten“! Und Wahlvorstand könne ich sowieso nicht werden! – Wollte ich auch gar nicht. 

Damals hatten alle Wähler die Chance, ihre Forderung umzusetzen, endlich frei wählen zu können. 
Am Sonntag stehen wieder Wahlen an. Doch habe ich bedenken, ob die Wähler ihr erworbenes Recht in überwältigender Anzahl wahrnehmen. In DDR-Zeiten „flüchtete“ man vor der Wahl in Gärten, auf Wanderungen sowie ins Wegfahren. Heute wären dies „Flucht vor der eigenen Courage“. Als 
„Verhinderung“ zählen sogar gutes wie schlechtes Wetter. Zu DDR-Zeiten spielte das Wetter keine Rolle, weil man daheim die „Fliegende Urne“ 
erwarten konnte. 
Haben Sie einen scheinheiligen Hinderungsgrund oder gehen Sie auch stolz zur freien Wahl? Die freiwilligen Wahlhelfer erwarten Sie gern zwischen 08 und 18 Uhr in den Wahllokalen! Immer wieder gern Wahlvorstand (nach der Wahl 1990) freue ich mich in „meinem Wahllokal“ auf möglichst alle Wähler „meines Wahlkreises“! 
Uwe Zerbst