GESUNDHEITSTIPP DES MONATS JULI der BARMER GEK

LAKTOSEINTOLERANZ

Menschen mit Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) haben Schwierigkeiten, Milchprodukte zu verdauen. Ihnen fehlt das Enzym Laktase, welches den Milchzucker im Dünndarm in seine Bausteine Galaktose und Glukose zerlegt. Dadurch wird der Milchzucker nicht aufgenommen, sondern im Dickdarm von Bakterien abgebaut.


Dabei entstehen Gase. Die Laktose zieht zudem Wasser ins Innere des Darms. Das führt zu Blähungen, Bauchschmerzen und  urchfall. In Deutschland betrifft die Milchzuckerunverträglichkeit etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung.
Laktoseintoleranz ist keine Milchallergie. Bei einer Allergie würde das Immunsystem bei kleinsten Mengen Milchzucker eine Unverträglichkeitsreaktion auslösen. Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit können dagegen mitunter mehrere Gramm Laktose pro Tag beschwerdefrei verdauen, da ihr Körper noch geringe Mengen des milchzuckerspaltenden Enzyms produziert. Je höher die Restaktivität der Laktase, desto mehr Laktose verträgt man. Nur Menschen, die unter einem sehr ausgeprägten oder totalen Enzymmangel leiden, müssen Milchzucker von Geburt an komplett meiden. Diese angeborene Form der Laktoseintoleranz ist allerdings sehr selten.

LAKTOSEFREI ODER LAKTOSEARM?

Laktoseintoleranz ist nicht heilbar. Mit einer milchzuckerarmen beziehungsweise milchzuckerfreien Ernährung können Beschwerden jedoch verhindert werden. Bei laktosearmer Kost kommen pro Tag nicht mehr als acht bis zehn Gramm Laktose auf den Teller.
Von laktosefreier Kost spricht man, wenn die Laktosemenge ein Gramm pro Tag nicht übersteigt.
Wie viel Laktose man verträgt, kann man testen, indem man den Milchzucker zwei Wochen lang komplett weglässt und danach die Laktosemenge schrittweise erhöht.

TIPPS FÜR DEN ALLTAG

• Geben Sie im Restaurant, der Kantine, bei Einladungen oder unterwegs
Gerichten den Vorzug, bei denen Sie sich sicher sind, dass sie keinen oder nur wenig Milchzucker enthalten.
• Studieren Sie bei abgepackten Lebensmitteln die Zutatenliste.
Laktose verbirgt sich hinter Begriffen wie Molke, Milch, Milchzucker, Milchpulver, Rahm, Sahne, Butter, Laktosemonohydrat, Milchelemente, Milchserum, Molkereistoffe, Quark, Natriumkasein, Milcheiweiß, Laktoglobulin oder Laktalbumin.

• Wurst, Salate, Backwaren und andere Waren aus der Frisch-Theke können ebenfalls Laktose enthalten.
• Lebensmittel mit dem Aufdruck »Kann Spuren von Laktose enthalten « dürfen Sie normalerweise essen. Minimale Mengen machen
keine Beschwerden. Das gleiche gilt für Medikamente, die geringe Mengen Laktose enthalten können.
• Lebensmittel mit den Inhaltsstoffen Laktat oder Milchsäure sind unbedenklich, sie enthalten keine Laktose.

ACHTEN SIE AUF IHRE KALZIUMVERSORGUNG

Milch ist ein wertvolles Lebensmittel und eine wichtige Kalziumquelle.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Menschen mit Laktoseintoleranz deshalb, Milchprodukte nicht komplett vom Speiseplan zu streichen. Ersetzen Sie Milchprodukte durch laktosearme oder laktosefreie Milchprodukte. Verwenden Sie mit Kalzium angereicherte Soja-Produkte, Reis-, Mandel- oder Hafermilch.
Gute Kalziumlieferanten sind auch grüne Gemüsesorten, wie Broccoli, Spinat, Grünkohl oder Fenchel. Trinken Sie bevorzugt kalziumreiches Mineralwasser (mind.150mg/l).

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

https://www.dge-medienservice.de/essen-und-trinken-beilactoseintoleranz....
www.daab.de/ernaehrung/laktose-intoleranz/
https://www.iqwig.de