Thüringer Wälder und Moore binden große Mengen Treibhausgas

Durch Wiederaufforstungen, Vorratserhöhung und Waldumbau leisten Wälder in Thüringen einen Beitrag zum Klimaschutz

Erfurt (hs): Anlässlich der nächste Woche beginnenden UN-Klimakonferenz in Paris stellt ThüringenForst seine jüngsten Zahlen zur Bedeutung der heimischen Wälder als Kohlenstoffspeicher vor. Kohlenstoffverbindungen kommt eine große Bedeutung beim globalen Klimawandel zu, gelten sie doch als stärkste Antriebskraft des durch den Menschen verursachten Treibhauseffektes. Die Berechnungen der Experten auf Basis der dritten Bundeswaldinventur zeigen: Der Wald in Thüringen bindet große Mengen Kohlenstoff, nachhaltige Forstwirtschaft verbessert die positive Bilanz zusätzlich.

Der Landeswald „lagert“ 44 Mio. Tonnen klimaschädlichen Kohlenstoff ein

Wälder binden Kohlenstoffverbindungen z.B. in Holz, Humus und Mineralboden und entlasten damit die Atmosphäre. In den rund 200.000 Hektar Staatswald der Landesforstanstalt werden aktuell 44 Mio. Tonnen Kohlenstoff gebunden. Mehr noch, durch Wiederaufforstung, Holzvorratsanreicherung und einen steigenden Laubholzanteil im Rahmen des Waldumbaus erhöhte sich dieser Speicher seit 2002 von Jahr zu Jahr um etwa 300.000 Tonnen.

 

Wälder puffern über 10 % der Gesamtemissionen im Freistaat

Die Berechnungen zeigen weiter, dass die Wälder im Freistaat in der Lage sind, jährlich mehr als 10 % der Gesamtemissionen Thüringens zu kompensieren. Diese Treibhausgasemissionen stammen größtenteils aus Industrie, Verkehr und Haushalten. „Ungewiss ist aber, wie lange der Wald in Thüringen diese Leistungen für Umwelt und Atmosphäre noch leisten kann“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. „In Paris sind endlich entscheidende Schritte hin zu einer neuen internationalen Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls wichtig. Denn Wälder dienen nicht nur dem Klimaschutz, sie sind auch unmittelbar vom voranschreitenden Klimawandel betroffen“ ergänzt Gebhardt.

 

Auch der Roh-, Bau- und Werkstoff Holz speichert klimaschädliches Gas

In den Wäldern der Landesforstanstalt wurden von 2002 bis 2012 etwa 18,8 Mio. Festmeter Holz nachhaltig eingeschlagen, darin enthalten sind etwa 4 Mio. Tonnen klimaschädlicher Kohlenstoff. Dieser ist in Holzmöbeln, Fenstern und Dachbalken längerfristig gespeichert und belastet die Atmosphäre in den nächsten Jahrzehnten nicht. Bauen mit Holz ersetzt zusätzlich energieintensive Baustoffe wie Stahl oder Kunststoff. Holz wird recycelt und kann zuletzt selbst bei der Verbrennung noch klimaschädliche Emissionen aus Öl, Gas und Kohle vermeiden oder sogar Atomenergie ersetzen.

 

Moore sind noch größere „Kohlenstofffresser“ als Wald

Die etwa 350 Moore im Freistaat können in ihrer mächtigen Torfschicht wesentlich mehr Kohlenstoff speichern als Wälder gleicher Flächengröße. Insofern sind die durch die Landesforstanstalt in den letzten Jahren durchgeführten Moor-Renaturierungsmaßnahmen nicht nur ökologisch wichtig, sondern auch als Klimaschutzmaßnahme äußerst wertvoll. Da ein intakter Moorkörper kontinuierlich wächst, nimmt neben den Wäldern auch die Senkenleistung der Moore im Freistaat jährlich zu.

 

Forstwirtschaft nahezu ohne klimaschädliche Emissionen

Werden Emissionen etwa durch Forstmaschinen, Holztransport und Gebäudeheizung nach internationaler Vereinbarung anderen Sektoren zugerechnet, so müssen Emissionen wie z.B. aus Waldbränden in der eigenen Bilanz berücksichtigt werden. Die Berechnungen der Forstexperten zeigen, dass beide Posten die regionale Kohlenstoffbilanz im Wald in Thüringen nur unwesentlich verschlechtern.

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