Mit der richtigen Reisevorbereitung stressfrei in den Urlaub

Urlaubszeit ist Reisezeit. Wer stressfrei mit dem Auto am Urlaubsort ankommen möchte, sollte einige Dinge bei seiner Reisevorbereitung beachten. TÜV Thüringen-Verkehrsexperte Christian Heinz gibt wertvolle Tipps.

1. Reiseplanung:

Gut beraten ist derjenige, der seine Reise mit Zeit plant. Wer in Hektik packt, vergisst schnell wichtige Dinge. Ohne Papiere ist man im dümmsten Fall aufgeschmissen. In Deutschland besteht eine Mitführpflicht von Fahrzeug- und Führerschein. Sollte man ohne diese angehalten werden, droht ein Bußgeld. Bei Auslandsreisen dürfen auf keinen Fall die Versicherungsunterlagen vergessen werden. Autofahrer sollten sich im Vorfeld darüber informieren, welche landesspezifischen Regelungen und Vorschriften im jeweiligen Reiseland gelten. Ein Verkehrsverstoß im Ausland kann die Urlaubskasse empfindlich belasten. In den Ländern der Europäischen Union verhängte Bußgelder können auch in Deutschland vollstreckt werden.

Warnwesten sind in meisten europäischen Ländern Pflicht. „In Deutschland ist zwar nur eine Warnweste vorgeschrieben, es empfiehlt sich allerdings, immer so viele Warnwesten an Bord zu haben, wie auch Insassen im Fahrzeug mitfahren“, rät Christian Heinz vom TÜV Thüringen.

Staus zählen wohl zu den unbeliebtesten Reisebegleitern. Wer sich im Vorfeld allerdings mit seiner Reiseroute intensiv befasst und Alternativstrecken plant, kann mögliche Staus umfahren. Mühseliges Blättern in schweren Autoatlanten gehört dank moderner Navigationsgeräte der Vergangenheit an. Sie warnen frühzeitig vor Staus, schlagen Alternativrouten vor, berechnen minutengenau die Ankunftszeit und ermöglichen so eine stressfreie Fahrt. „Vor Reiseantritt sollten Autofahrer auf Stauwarnungen im Radio oder Internet achten. Wer seine Abfahrtszeit nicht in die Hauptverkehrszeit legt, vermeidet von vornherein unnötige Standzeiten“, weiß Verkehrsexperte Christian Heinz. Ganz wichtig: niemals übermüdet oder nach einem gestressten Arbeitstag die Urlaubsreise antreten. Bei langen Strecken öfter eine Rast einlegen, wenn möglich ab und an einen Fahrertausch vornehmen und immer ausreichend Getränke an Bord mitführen.

2. Technik-Check:

Eine Panne, und das ausgerechnet auf der lang ersehnten Fahrt in den Urlaub – ein Horrorszenario. Reifenplatzer, Probleme mit der Elektrik oder ein überhitzter Motor gehören zu den häufigsten Ursachen. Pannen, die sich jedes Jahr immer wieder zur Urlaubszeit ereignen, jedoch oft vermeidbar sind, meint Christian Heinz. Gerade in Staus wird das Kühlsystem bis an seine Belastungsgrenze beansprucht. Fehlender Fahrtwind und die enorme Aufheizung der Umgebung durch Sonneneinstrahlung und Abwärme anderer Fahrzeuge kann zum Hitzestau im Motorraum führen. Fahrzeugexperte Heinz rät Autofahrern daher dringend, den technischen Zustand des Fahrzeugs vor der großen Urlaubsfahrt überprüfen zu lassen.

„Einige Dinge am Fahrzeug kann jeder vor Reiseantritt selbst prüfen. Die Füllstände von Motoröl, Kühlflüssigkeit oder Scheibenwischwasser beispielsweise. Wer mit zu wenig Öl oder Kühlflüssigkeit losfährt, muss sich über einen Motorschaden nicht wundern“, erklärt Heinz. Auch die Prüfung von Wischerblättern, Reifendruck, Profiltiefe oder die Funktion der Beleuchtung lassen sich einfach in Eigenregie bewerkstelligen. In jedem Fall sollte vor Fahrtantritt das Fahrzeug vollgetankt, die Scheiben geputzt und der Reifendruck dem jeweiligen Beladungszustand angepasst werden. „Aufgrund zu geringem Luftdrucks kann die Tragfähigkeit des Reifens derart eingeschränkt sein, dass es zu Schädigungen im Gefüge kommt und eine Reifenpanne unausweichlich ist“, so der Verkehrsexperte des TÜV Thüringen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt seinen Wagen vor der Urlaubsreise von einem Profi checken. An den Kfz-Prüfstationen des TÜV Thüringen oder in Fachwerkstätten können Autofahrer einen umfangreichen Urlaubs-Check an ihrem Fahrzeug durchführen lassen.

3. Beladen:

Viele Autofahrer unterschätzen die Gefahren von falsch beladenen oder gar überladenen Fahrzeugen. „Das Fahrverhalten, gerade in Kurven, verändert sich erheblich. Der Bremsweg erhöht sich und das kann vor allem bei längeren Bergabfahrten brenzlig werden“, erläutert Christian Heinz. Das zulässige Gesamtgewicht darf nie überschritten werden. Ein Blick in die Fahrzeugpapiere ist da ratsam. In Zeile G wird die Leermasse des Fahrzeugs angegeben, in Zeile F.2 die im Zulassungsstaat zulässige Gesamtmasse in Kilogramm. Die Differenz aus Gesamt- und Leergewicht ergibt die maximal zulässige Zuladung. Allerdings kann die angegebene Leermasse von der tatsächlichen abweichen, da Sonderausstattungen nicht berücksichtigt sind. „Zwar ist der Fahrer mit 75 Kilogramm bereits ins Leergewicht eingerechnet, jedoch verringern Zusatzausstattungen wie Klimaanlage, größere Radkombinationen oder aber Anbauteile wie Anhängerkupplung, Dachgepäck- oder Fahrradträgersysteme die mögliche Zuladung“, erklärt Christian Heinz.

Für das Beladen ist der Tipp des Experten: „Schwere Sachen immer nach unten packen. Keine Gegenstände unachtsam in der Hutablage abgelegen, diese können bei einer Vollbremsung zu gefährlichen Geschossen werden. In den praktischen Dachbeladungssystemen möglichst leichte Dinge verstauen. Reifendruck und Scheinwerfereinstellung sollten vor der Reise dem Beladungszustand angepasst werden.“