Auszeichnung würdigt Einsatz für historische Werkstatt

Ohrdrufer Förderverein erhält Denkmalschutzpreis
Der Förderverein Technisches Denkmal Alte Gerberei e. V. aus Ohrdruf erhält den Denkmalschutzpreis des Landkreises Gotha 2016. Klaus Rudolph konnte als Vorsitzender die Auszeichnung am Vormittag von Landrat Konrad Gießmann in Dachwig entgegen nehmen. Der Denkmalschutzpreis wird im Zweijahresrhythmus vergeben und ist mit 1.500 Euro dotiert.


Bereits seit dem Jahr 2003 machen die Vereinsmitglieder die ehemalige Chrom-Gerberei John in der Löberstraße einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Bis 1990 war der Handwerksbetrieb, von dessen Zunft im 18. Jahrhundert mehr als 20 in der Ohrastadt existierten, noch aktiv. Nach der politischen Wende wurde die Produktion eingestellt, der Maschinenpark jedoch blieb erhalten. Um diesen und um das Gebäude gegenüber des Schlosses Ehrenstein kümmern sich die derzeit 22 Mitglieder des Fördervereins rührig. Den Denkmalstatus besitzt das Objekt ebenfalls seit 2003.

Die Freiwilligen haben bisher rund 150 Arbeitseinsätze mit etwa 2.000 Stunden ehrenamtlich erbracht. Darüber hinaus investierten sie Eigenmittel in Höhe von ca. 15.000 Euro, um den heutigen musealen Zustand zu schaffen. „Von dringend erforderlichen Dacheindeckungen für die Gebäude über die teilweise Renovierung und Sanierung der Innenräume, die Aufarbeitung des gesamten historischen Maschinenparks bis hin zur Anfertigung einer handwerks- und denkmalgerechten Außenwerbung ist es den Mitgliedern des Fördervereines zu verdanken, dass dieses kultur-, technik- und ortsgeschichtliche Kleinod in Ohrdruf bewahrt und wieder aktiviert wurde“, beurteilt die untere Denkmalschutzbehörde das Wirken der Gerbereifreunde.

Parallel zum Erhalt der Gerberei richten die Vereinsmitglieder ihren Blick auch auf die Rettung weiterer Handwerkstätten. So konnte 2014 die historische Schuhmacherwerkstatt einer ortsansässigen Schusterfirma in einem Raum der Gerberei untergebracht und zum Tag des offenen Denkmals erstmals vorgestellt werden.

Besonderes Augenmerk richten die Gerbereifreunde auf das Bewahren der selten gewordenen Handwerkstechniken im öffentlichen Bewusstsein. Bislang haben rund 6.000 interessierte Gäste, darunter zahlreiche Schüler und Jugendliche, die historische Stätte besucht. Mittels sachkundiger und engagierter Führungen gelingt es Klaus Rudolph und dessen Mitstreitern, der Nachwelt einen Einblick in das Handwerk und Gewerbe vergangener Epochen zu vermitteln.