Grundsteinlegung für Denkmal

„Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha-Altenburg“

Die Kulturstiftung Gotha wird im Beisein von zahlreichen Spendern am kommenden Samstag, um 13.00 Uhr die Grundsteinlegung für das Denkmal „Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha-Altenburg“ an der Gothaer Wasserkunst durchführen. Das Denkmal wird derzeit vom Bildhauer Bernd Göbel gestaltet und soll im Frühjahr 2017 zum Stiftertreffen der Kulturstiftung Gotha enthüllt werden.


In eine Hülse, die im Grundstein verlegt wird, befindet sich dann eine Urkunde des Oberbürgermeisters, die folgenden Text beinhaltet:


Grundstein - Urkunde

Am Samstag, dem 17. September 2016, legten die Stifter und die Mitglieder der Kulturstiftung Gotha, im Beisein der Vertreter der Stadt Gotha und vieler Bürgerinnen und Bürger, den Grundstein für das Denkmal „Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha-Altenburg“ an der Gothaer Wasserkunst.

Anlässlich des bevorstehenden 250. Todestages der wohl bedeutendsten Gothaer Frauenpersönlichkeit entstand die bürgerschaftliche Initiative, ihr ein Denkmal zu stiften. Bereits wenige Monate nach dem Tod der Herzogin im Jahre 1767 wollten Bürger ihr eine Büste stiften, die an ihrem Begräbnisort in der Kirche Sankt Margarethen zu Gotha Aufstellung finden sollte. Dieser Plan wurde nie verwirklicht. Umso bedeutender ist die Tatsache, dass die Kulturstiftung Gotha die Initiative der Bürgerschaft aufgriff und mit einem Betrag von 25.000 Euro eine Anschubfinanzierung ermöglichte.

Dem Aufruf des Gothaer Oberbürgermeisters „Wir Männer für Gotha“ folgten 49 Männer und trugen einen weiteren Betrag zusammen. Die Zustiftung durch ein Gothaer Unternehmen machte die Verwirklichung der Aufstellung des Denkmals möglich.


Im Schnittpunkt zwischen Schloss Friedenstein und der historischen Gothaer Innenstadt, wo die Wasser des Thüringer Waldes die herrliche Gothaer Wasserkunst antreiben, wird die Herzogin ihren Platz finden. Sie ist im Aufbruch, kräftig im Schritt der Stadt zugewandt, zögernd nur schaut sie zurück dem Denkmal ihres Stammvaters Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg und hat eine Schrift Voltaires in den Händen, sozusagen den Blick in die Freiheit des Geistes vor Augen.

Die von Herzogin Luise Dorothea gelebte und geprägte Epoche der Aufklärung wird in der Darstellung des Denkmals einer jungen, dynamischen und modernen Frauenpersönlichkeit deutlich. Auch der ausgewählte Standort, hinter ihr das alte Schloss und vor ihr der großzügige Freiraum der Stadt, machen diese Lebenssituation und Denkweise deutlich.

Schöpfer des Denkmals ist der deutsche Bildhauer Bernd Göbel, der am 15. Oktober 1942 in Freiberg/Sachsen geboren worden ist. Nach der Lehre als Holzbildhauer, studierte er Bildhauerei an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle-Burg Giebichenstein; ab 1978 Dozent und Leiter der Bildhauerklasse an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle, 1982 bis 2008 an dieser Hochschule Professor für Bildhauerei. Er lebt als freischaffender Künstler in Halle an der Saale. Bernd Göbel schuf bereits Denkmale für Johann Sebastian Bach in Arnstadt, Bertholt Brecht und Kurt Weill in Dessau, eine Sportlergruppe in Lausanne, Ernst Wilhelm Arnoldi in Gotha, Adam Olearius in Aschersleben und Julianne von Stollberg auf Schloss Stollberg im Harz.

Stifter des Denkmals ist die im Jahre 1995 von den GOTHAER Versicherungen und der Stadt Gotha gegründete Kulturstiftung Gotha. Einst mit einem Gründungskapital von einer Million DM ausgestattet, wandelte sich die Stiftung im Jahre 2010 zu einer Bürgerstiftung, die nunmehr über ein Stiftungskapital durch weitere Bürgerspenden von 750.000 Euro verfügt. Seit 1997 unterstützt die Stiftung kulturelle Projekte in der Stadt Gotha und hat bisher einen Betrag von
1.053.531 Euro ausgeschüttet.

Etwa 300 Bürgerinnen und Bürger, Firmen, Unternehmen und Vereine unterstützen mit jährlichen Spenden die Arbeit der gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Gotha. Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist der Gothaer Oberbürgermeister, weitere Vorstandsmitglieder sind der Chef des Herzogshauses von Sachsen-Coburg und Gotha sowie der Vorstandsvorsitzende des GOTHAER Konzerns.

Möge mit der Errichtung des Denkmals „Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha-Altenburg“ im Herzen der Stadt Gotha, die Lebensleistung dieser außergewöhnlichen Frau, die ihr zustehende Bedeutung und Würdigung nachfolgender Generationen finden.

Gotha, den 17. September 2016



Knut Kreuch
Oberbürgermeister
der Residenzstadt Gotha