3 Millionen Euro vom Bund für Forschungen des Museums der Natur Gotha

Durch den Bundestagsabgeordneten Steffen-Claudio Lemme (SPD) und die Mitarbeiterin in der Vertretung des Freistaates Thüringen in Berlin, Petra Heß, wurde Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch in den frühen Morgenstunden über die Ergebnisse der gestrigen Beratungen im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages informiert. In den Beratungen wurde ein Förderbetrag von 3 Millionen Euro für Gotha bewilligt.

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, das Museum für Naturkunde Berlin und das Leibnitz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung Berlin haben einen gemeinsamen Forschungsplan für die Wirbeltierlagerstätte „Bromacker“ bei Tambach-Dietharz bei der Bundesregierung eingereicht. Dieser Forschungsplan fand die Anerkennung des Bundes und wird in den kommenden fünf Jahren durch die beteiligten Partner umgesetzt.

Das Projekt im Gesamtumfang von 4.970.500€ umfasst jährlich gezielte Ausgrabungen in der Tambach-Formation und die zügige wissenschaftliche Aufarbeitung der in Gotha bereits vorhandenen und der neuen Funde, um ein umfassendes Bild der Lebewelt der frühen Tetrapoden im Unteren Perm (vor etwa 290 Millionen Jahren) zu erhalten.

Zentrales Hauptziel des Projektes ist eine durch die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und das Museum für Naturkunde Berlin gemeinsam und koordiniert erstellte Ausstellung zur Lebewelt des Unterperm und der frühen Evolution der Landwirbeltiere. Diese Ausstellung soll zunächst zeitlich begrenzt an ausgewählten Museen Deutschlands, inclusive des Museums der Naturkunde Berlin gezeigt und anschließend an der Stiftung Schloss Friedenstein dauerhaft präsentiert werden.

Das auf fünf Jahre angelegte Projekt umfasst eine Vielzahl von Forschungsaufträgen und Arbeitsplätzen, so werden ein promovierter Projektleiter, vier Doktoranden, vier paläontologische Präparatoren, ein Museumspädagoge, ein Graphiker sowie zur Nachwuchsförderung eine Vielzahl von Studenten an dem Forschungsplan mitwirken.

„Ich gratuliere Prof. Martin Eberle und seinem Team zu diesem tollen Projekt und der hohen Anerkennung durch die Bundesförderung. Die gelungene Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern stärkt Gotha. Gotha ist seit den Forschungen von Ernst Wilhelm Tentzel (1659-1707) und seiner Entdeckung von Gesteinsfährten 1695 als Ort der wissenschaftlichen Wirbeltierpaläontologie in ganz Deutschland bekannt. Seit mehr als einhundert Jahren forschen Gothaer Wissenschaftler mit Partnern in der Lagerstätte Bromacker bei Tambach-Dietharz und nicht zuletzt wird mit diesem Projekt die verdienstvolle Arbeit von Dr. Thomas Martens zielstrebig weiterentwickelt. Dass Gotha Standort der großen nationalen Ausstellung zur Lebewelt im Unterperm wird, freut mich ganz besonders, denn Saurier faszinieren die Menschen“ so ein glücklicher Gothaer Oberbürgermeister. „Ich danke allen, die mitgeholfen haben, die naturwissenschaftlichen Sammlungen und Forschungen in Gotha aufs internationale Parkett einer Bundesförderung zu heben“ so Knut Kreuch abschließend.