Gotha präsentierte sich 2016 wieder erfolgreich auf nationalem und internationalem Parkett

Bürger können stolz auf das Geschaffene sein

Ein ereignisreiches Jahr 2016 geht mit großen Schritten dem Ende entgegen. Für die Stadt Gotha war es ein erfolgreiches Jahr mit vielen Investitionen und Bauprojekten und mit großen Ausstellungsbeteiligungen in Russland und in den USA. Für ihre europäische Arbeit wurde die Residenzstadt nach Europadiplom und Europafahne in diesem Jahr mit der Europaplakette des Europarates ausgezeichnet.



Das Jahr begann mit einem finanziellen Paukenschlag, denn für die denkmalgerechte Sanierung der Wohnsiedlung „Am schmalen Rain“ übergab am 26. Januar 2016 Bundesbauministerin Barbara Hendricks Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus". Innerhalb dieses Jahres konnte bereits der größte Teil der Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden. Ebenso wurde der Lückenschluss für einen asphaltierten Städtekettenradweg in der Friedrich-Ebert-Straße hergestellt und die Buswendeschleife gebaut.

Im Thüringischen Staatsarchiv Gotha wurde am 16. Februar 2016 von Daniel Gerth im Nachlass des Theologen Ernst Salomon Cyprian (1673 – 1745) die weltweit älteste Beschreibung der Geschichte der Reformation aus dem Jahr 1535 entdeckt.

Vom 3. März bis zum 15. Mai 2016 kamen 200.000 Besucher in das Moskauer Puschkin-Museum, um dort die Gothaer Ausstellung „Lucas Cranach zwischen Renaissance und Manierismus“ zu sehen. Sie war die erste Gemäldeausstellung, die im II. Weltkrieg getrennte Kunstwerke zusammenführte. Die Zusammenarbeit zwischen dem Puschkin-Museum und der Stiftung Schloss Friedenstein wird im nächsten Jahr mit einer Ausstellung französischer Impressionisten in Gotha fortgesetzt.  

Die BUGA Erfurt 2021 wirft ihre blumigen Schatten voraus. Am 15. März 2016 präsentierte sich die Residenzstadt Gotha im Erfurter Thüringenpark als BUGA-Außenstandort. Mit dem Konzept „Gartensommer Gotha 2021“, werden in fünf Jahren „Herzogliche Orangerie, Herzoglicher Englischer Garten und die Wasserkunst am Hauptmarkt Gotha“ den Außenstandort Gotha repräsentieren.

Am 22. April 2016 entschied der Europarat, dass der Residenzstadt Gotha für das europäische Engagement der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen, der Vereine und Verbände die „Europaplakette“ verliehen wird. Nach dem „Europadiplom“ 2013, der „Europafahne“ im Jahr 2014, wurde damit die dritte Auszeichnungsstufe erreicht. Die hohe Würdigung wurde von Klaus Bühler, dem Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, im Rahmen des „Konzerts der Generationen“ am 8. Oktober 2016 im Gothaer Kulturhaus an Oberbürgermeister Knut Kreuch und Vertreter des Gothaer Stadtrates überreicht.

Am 3. Mai 2016 unterzeichnete die Stadt Gotha mit der äthiopischen Stadt Adua einen Städtepartnerschaftsvertrag. Es ist die erste Vereinbarung dieser Art in Thüringen und der vierte Vertrag in Deutschland. Anlässlich der Vertragsunterzeichnung waren aus allen Gothaer Partnerstädten Gäste angereist, um im Rahmen des 20. Gothardusfestes den Vertragsschluss mit den äthiopischen Freunden zu feiern.

Dr. Christoph Köhler wurde 3. Mai 2016 mit der „Myconiusmedaille der Residenzstadt Gotha“ ausgezeichnet. Damit würdigte der Stadtrat sein ehrenamtliches Engagement als Publizist, als jahrzehntelanger Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Gotha und als langjähriges aktives Mitglied der Vereinigung der Freunde und Förderer des Gymnasiums Ernestinum Gotha e.V..

Am 13. Juni 2016 wurde im Kulturhaus das Gothaer Friedensgespräch „Soll und Haben“ veranstaltet, zu dem Dr. Dr. Michel Friedmann die Festansprache hielt. Im Mittelpunkt des Gespräches stand der 200. Geburtstag des deutschen Journalisten, Schriftstellers und Theaterautors Gustav Freytag, dessen Werke zu den meistgelesenen Büchern des 19. Jahrhunderts gehörten. Die Baugesellschaft Gotha GmbH hat von April bis Juli 2016 das Wohnhaus Gustav Freytags saniert.

Das Lied „Über sieben Brücken musst du gehn“ mit Texter Helmut Richter, Komponist Ulrich Swillms und den Erstinterpreten, der  Gruppe „Karat“, erhielt am 28. Juni 2016 in der Schlosskirche den Preis „Der Friedenstein“ der Kulturstiftung Gotha.

Mit dem Gotha-Besuch des Fürsten Albert II. von Monaco, weilte erstmals ein monegassisches Staatsoberhaupt in Thüringen. Der Fürst besuchte am 9. Juli 2016 die Thüringer Landesausstellung „Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa“ im Schloss Friedenstein und im Herzoglichen Museum. Für den interessanten und angenehmen Aufenthalt bedankt sich Albert II. mit einer Einladung des Oberbürgermeisters zum Nationalfeiertag Monacos am 19. November 2016.

Vom 21. bis 24. Juli 2016 eroberte Thüringer Charme die 53. EUROPEADE im belgischen Namur. Die Stadt und mehr als 600 Helfer vor Ort stellten sich der gewaltigen Aufgabe und boten den fast 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine prächtige Kulisse für das Festival des Friedens und der Völkerverständigung. Mit 105 Teilnehmern stellte Thüringen ein stattliches Kontingent, darunter die neugebildete Thüringer Trachtentanzgruppe „Gotha“ sowie das begeistert gefeierte Fanfaren- und Showorchester Gotha, die rund zwanzig Auftritte absolvierten.

Nach einjähriger Bautätigkeit wurde am 19. August 2016 das neu gebauten Kunstrasen-Kleinspielfeld-Trainingsplatz auf dem Siebleber Sportplatz eröffnet. Die gesamte Sportanlage wurde in zwei Bauabschnitten umfangreich erneuert und umgebaut. Die Gesamtkosten für den Umbau der Sportanlage, für Bau- und Planungsleistungen betrugen 705.000 €, von denen 40% durch das Thüringer Ministerium für Jugend, Bildung und Sport gefördert wurden.

Am 15. September 2016 wurde die Energetische Sanierung des Schulstandortes von Grundschule „Brüder Grimm“ und Regelschule „Oststadt Gotha“ in der Bufleber Straße mit einem Kostenumfang von 820.000 € fertiggestellt. Die Lernbedingungen für die Kinder und Lehrer wurden durch zahlreiche Maßnahmen verbessert, der Gebäudekomplex entspricht jetzt den neuesten energetischen Anforderungen.

Mit mehr als 60 Ausstellungsstücken beteiligt sich Gotha an der deutschen Luther-Ausstellung „Here i stand“ vom 7. Oktober 2016 an in den drei amerikanischen Städten New York, Atlanta und Minneapolis. Bis 22. Januar 2017 sind in den drei Ausstellungsorten u.a. der frisch restaurierte Gothaer Tafelaltar, das Pilgergewand Kaiser Maximilians I., der Stiefel von Johann Friedrich dem Großmütigen und mehrere Werke von Lucas Cranach sowie Grafiken zu sehen.

Mit der „Hannah-Höch-Ehrung 2016“ wurde am 1. November die Gothaer Künstlerin Barbara Klose bedacht. Die inzwischen neunte Preisträgerin hat aus einem liebgewonnenen Hobby heraus ein eigenständiges künstlerisches Lebenswerk mit über 60 farbenfrohen und alle Sinne anregenden Bildern geschaffen. Mit bisher siebzehn Einzelausstellungen und mit fünf Ausstellungsbeteiligungen hat sie sich bereits einem breiten Publikum vorgestellt.

Die Thüringen Philharmonie Gotha brillierte im November auf einer Orchesterreise in Wien und Graz. Das Grazer Gedenkkonzert am 18.11.2016 für den „Retter von Gotha“, Josef Ritter von Gadolla, fand im ausverkauften Kammersaal statt und sorgte für große Begeisterung. Das Orchester der Thüringen Philharmonie Gotha hatte gemeinsam mit Oberbürgermeister Knut Kreuch, der Trägervereinsvorsitzenden Gabriele Reichstein und den Teilnehmern der Bürgerfahrt die Residenzstadt repräsentiert, für deren Rettung Gadolla im April 1945 sein Leben einsetzte.

In der Stadtratssitzung am 14. Dezember 2016 wurde nicht nur der Haushalt der Stadt Gotha für das Jahr 2017 ohne Kreditaufnahmen einstimmig beschlossen, sondern auch mit einer mehrheitlichen Entscheidung für die Auslegung eines Entwurfes des Bebauungsplanes für die Errichtung eines Fachmarktzentrums zwischen Gartenstraße und Moßlerstraße votiert. Damit wird im Februar 2017 den Bürgern die Möglichkeit gegeben, den Plan einzusehen, Stellung zu dieser Planung zu nehmen und damit am Planungsprozess teilzuhaben.

Sportlich gesehen machte die Residenzstadt 2016 in vielerlei Hinsicht auf sich aufmerksam. Zum dritten Mal startete u.a. im Juli die Internationale Thüringen-Rundfahrt der Frauen in Gotha, deren erste Etappe auf dem Hauptmarkt mit dem Tagessieg der mehrfachen niederländischen Weltmeisterin und Olympiasiegerin Marianne Vos endete. Kurz darauf begeisterte im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele das internationale Teilnehmerfeld des XIX. Gothaer Schlossmeetings der Kugelstoßer wieder die Leichtathletikfreunde.