875 Kilometer Skiwanderwege in Thüringens Wäldern

Das ausgedehnte Skiwanderwegenetz zieht Jahr für Jahr zehntausende Wintersportler an, erfordert aber auch Respekt und Rücksichtnahme gegenüber Wildtieren

Erfurt (hs): Mit 875 Kilometer gespurten Skiwanderwegen im Wald  verfügt der Freistaat über ein ausgedehntes Langlaufwegenetz. Grundlage ist das bundesweit einzige „Forsten & Tourismus Konzept“, dass eine nachhaltige Entwicklung der Waldinfrastruktur im Einklang mit dem Sommer- wie Wintertourismus ermöglicht. Allerdings erfordert dieses intensive skisportgeeignete Wegenetz im Wald besonderen Respekt und Rücksichtnahme gegenüber Wildtieren. Darauf macht ThüringenForst zur derzeit laufenden Saison der Wintersportler aufmerksam. Das Konzept hatte die Thüringer Landesforstverwaltung 2004 initiiert und mit vielen regionalen Partnern seither umsetzt.



Loipenkennzeichnung gemäß dem Deutschen Skiverband

„Die 875 Kilometer gekennzeichneten, gespurten Skiwanderwege geben Auskunft über den Verlauf und die Schwierigkeiten der jeweiligen Strecke“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Diese ist für Langläufer im klassischen, wie auch im Skating-Stil geeignet und nach der Richtlinie des Deutschen Skiverbandes gekennzeichnet. Selbstverständlich können auch ungespurte Wege im Wald genutzt werden, dann besteht jedoch kein Anspruch auf Skisporteignung. Das gekennzeichnete Skiwanderwegenetz entstand im Einvernehmen mit Touristikern, Naturschützern , Sportlern, Gebietskörperschaften, Behörden und Flächeneigentümern und wird regelmäßig aktualisiert.

Die Störung der Wildtiere gefährdet ihr Überleben

„Rot- und Rehwild, Wildkatzen, Raufußhühner und andere Wildtiere sind im Winter durch die Kälte und das karge Nahrungsangebot speziell in den Hochlagen der Mittelgebirge gezwungen, ihre Energie sparsam einzusetzen“, so Gebhardt weiter. Im tiefen Schnee kommen sie nur unter großer Anstrengung voran. Werden sie gestört und in die Flucht geschlagen, ist ihr Überleben gefährdet. Im schlimmsten Fall droht ihnen gar der Erschöpfungstod. Deshalb mahnt Gebhardt die Wintersportler, aber auch Wanderer, die im Winter im Wald unterwegs sind, auf den Wegen und bezeichneten Routen zu bleiben und Waldränder und schneefreie Flächen zu meiden, da diese die Lieblingsplätze der Wildtiere sind. Hunde sind gemäß dem Thüringer Waldgesetz ganzjährig an der Leine zu führen, gerade im Winter macht diese Regelung Sinn: Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden und verbrauchen dabei unnütz ihre überlebenswichtigen Energieressourcen.

Wer diese wenigen Hinweise beachtet, hat nicht nur seinen Spaß beim Wintersport, sondern ist auch wildtierfreundlich in der Natur unterwegs.



Bild: Dr. Horst Sproßmann: Dem Loipensportler bieten sich derzeit ideale Schneeverhältnisse, mit wenigen Tipps ist er auch wildtierfreundlich unterwegs.