Moderne Internatsplätze für überregionale Azubi

ILG bezieht weitere Etage in Hochhaus in Gotha-West

Dem Wettbewerb um die Azubis für die heimischen Berufsschulen trägt der Landkreis Gotha Rechnung und wertet die Unterbringungsmöglichkeiten für Internatsschüler in der Residenzstadt auf. Von der Baugesellschaft Gotha (BGG), einer städtischen Tochtergesellschaft, wurde jetzt eine weitere Etage in der Juri-Gagarin-Straße 6 in Gotha-West angemietet, die in modern zugeschnittenen 16 Doppelzimmern insgesamt 32 neue Plätze bietet. Am kommenden Wochenende ziehen die ersten Auszubildenden hier ein.

Zusammen mit den seit 2012 bestehenden 64 Plätzen bietet die kreiseigene Tochtergesellschaft Internate im Landkreis Gotha mbH (ILG) im Westviertel nun knapp die Hälfte ihrer insgesamt 177 Plätze auf zeitgemäßem Standard an.

Die restlichen Unterkünfte befinden sich in Gotha-Sundhausen am Standort des beruflichen Gymnasiums. Der Kreisausschuss hatte im vergangenen Herbst den Weg freigemacht, um moderne Unterkünfte anmieten zu können und die Sundhäuser Mehrbettzimmer sowie deren Gemeinschaftssanitärbereiche schrittweise verlassen zu können. Hintergrund hierfür ist nicht zuletzt der immense Investitionsbedarf, der notwendig wäre, um in Sundhausen vergleichbare Verhältnisse zu schaffen, die im Wettbewerb der Berufsschulstandorte bestehen könnten. Grobe Kostenschätzungen gingen hierbei, je nach Variante, von einem Bedarf in Höhe zwischen 2,9 und 4,9 Mio. Euro aus.

Die ILG und der Landkreis haben in der BGG einen kompetenten Partner gefunden, um moderne Kapazitäten auch deutlich zentraler schaffen zu können. „Attraktive Berufsschulstandorte werden heute nicht nur an der Güte in Lehre und schulischer Ausstattung gemessen, sondern auch an den Unterbringungsmöglichkeiten und dem Wohnumfeld“, sagt Landrat Konrad Gießmann. Gemessen daran habe man mit dem Ausbau der Plätze in Gotha-West einen qualitativen Sprung nach vorn gemacht. Geschätzt werden die Internatsplätze insbesondere von Azubi der Orthopädiemechaniker, die aus den neuen Bundesländern in Gotha ihre theoretische Ausbildung absolvieren, oder von jenen Landesfachklassen, die ebenfalls hier konzentriert sind. Ein großer Dank gelte der Baugesellschaft Gotha für die zielorientierte Zusammenarbeit.

„Aus dem gemeinsamen Projekt, ein Internat mitten in einem Wohnhaus in Gotha-West einzurichten, hat sich ein Erfolgsmodell entwickelt. Wir sind sehr zufrieden mit den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen“, zieht ILG-Geschäftsführer Nico Kleinert-Friedemann ein Fazit.

Wie bereits 2012 übernahm die BGG den Umbau der bisherigen Einraumwohnungen zu modernen Zweibett-Appartments. Diese internatstaugliche Infrastruktur wurde nun durch den Landkreis angemietet und der ILG, als kreiseigener Betreibergesellschaft, zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig können infolge dieses Schrittes am Standort Inselsbergstraße alle Drei-, Vier- und Fünfbettzimmer aufgegeben werden. In Sundhausen verbleiben damit lediglich noch die Zweibettzimmer zum weiteren Betrieb. Als Nebeneffekt verbessert sich durch den Kapazitätsrückbau in der Inselsbergstraße auch das „Betten-Duschen-Verhältnis“ etwas. Die Gesamtkapazität der Berufsschulinternatsplätze verändert sich hierdurch allerdings nicht.