Ein seit 1945/46 in Gotha vermisster Elfenbeinhumpen soll in Heidelberg versteigert werden

Am 20. Mai 2017 findet in der Heidelberger Antiquitätenhandlung Metz eine Jubiläumsauktion statt: „Metz – 50 Jahre Kunsthandel“. Das zweifellos bedeutendste Objekt, das die Gebrüder Metz in ihrer Jubiläumsauktion anbieten, ist ein Elfenbeinhumpen.

Der Humpen ist in der Lost Art Internet Database und im Art-Loss-Register – beides Datenbanken zur Dokumentation von Raub- und Beutekunst – als vermisstes Gothaer Museumsobjekt registriert. In der dortigen Friedensteinischen Kunstkammer wurde das kostbare Stück erstmal 1721 aktenkundig, gilt seit 1945/46 aber als verschollen. Die originale Deckelbekrönung – eine elfenbeinerne Figur des Priesters Aaron – wird noch heute in der Gothaer Kunstkammersammlung bewahrt.

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha bemüht sich, dieses sammlungsgeschichtlich hochbedeutende Stück zurück zu erwerben. Sie hofft, dass mögliche Interessenten wie Museen, Privatsammler und Kunsthändler angesichts der historischen Brisanz und des öffentlichen Interesses von einer Ersteigerung absehen werden.

Abbildung: Aaron mit Opferlamm – originale Deckelbekrönung des Elfenbeinhumpens, die sich heute noch in Gotha befindet