Reisetrends in der LGBT-Community: Zielgruppe für Reiseveranstalter zunehmend interessant

Schwule und Lesben haben andere Reisegewohnheiten als Heteros - was keinesfalls auf die sexuellen Neigungen als solches zurückzuführen ist. Die Toleranz, die hierzulande in den meisten Fällen entgegengebracht wird, kann leider nicht an jedem Feriendomizil erwartet werden. Wer sich selbst nicht verstellen möchte, sollte sich vorher ein wenig genauer über das gewünschte Reiseziel informieren. Welche Reisetrends gibt es aktuell in der LGBT-Community?

Ranking zeigt: es kommt Bewegung in den Markt

Immer noch ist Homosexualität in 73 Ländern dieser Welt strafbar, in einigen Staaten Asiens und Afrikas droht bei Zuwiderhandlungen gar die Todesstrafe. Bei der Meidung solcher Reiseziele oder aber einem stark angepassten Verhalten geht es also nicht nur darum, unangenehme Situationen und Pöbeleien zu vermeiden - sondern schlicht um die eigene Sicherheit. Der sogenannte "Spartacus Gay Travel Index" listet jedes Jahr mehr als 190 Länder, die in Bezug auf Toleranz gegenüber Homosexuellen bewertet werden. Interessant dabei: selbst innerhalb bestimmter Regionen gibt es ganz erhebliche Unterschiede. Während Thailand und auch die Insel Bali (Indonesien) zu den klassischen Hotspots der LGBT-Szene gehören, rangiert das benachbarte Malaysia auf Platz 130 - und damit noch hinter dem Vatikan und muslimischen Ländern Bahrain. Insgesamt kann ein Zusammenhang zwischen dem Einfluss der Religion und einer Homophoben Einstellung der Einwohner festgestellt werden. Weil sich die Gesetzgebung und damit häufig auch die Sichtweise auf Sexualität in vielen Ländern allmählich ändern, gibt es auch im Ranking Veränderungen. Konkret können Reiseziele zunehmend interessanter werden, die vorher nicht auf der bevorzugten Liste von homosexuellen Urlaubern standen: legalisiert wurde die Homo-Ehe beispielsweise in Hawaii, Colorado und Illinois, was diese US-Bundesstaaten durchaus auch als Urlaubsdestination interessanter werden lässt. Auch Panama, Taiwan, Brasilien, Malta oder Chile haben in der Vergangenheit neue Gesetze und Verordnungen erlassen, die Anti-Diskriminierungsrichtlinien oder Regelungen zum Schutz Homosexueller zum Inhalt haben. Spezielle Events für die LGBT-Community finden sich ebenso online. Hier lassen sich innerhalb der Community Erfahrungen austauschen, sodass auch abseits von Rankings Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Regelmäßige Gay-Kreuzfahrten

Dass sich das Nischensegment "Gay and Lesbian Travel" im Aufbruch befindet und starkes Wachstum verzeichnet, zeigt sich auch daran, dass das Angebot immer größer und vielfältiger wird. Zu den Angeboten für Schwule und Lesben zählen beispielsweise auch Gay-Kreuzfahrten, die seit einigen Jahren regelmäßig angeboten werden. Seit 2017 werden auch deutschsprachige Gay-Kreuzfahrten im Mittelmeer offeriert, nachdem bisher nur englisch- oder französischsprachige Urlauber in See stechen konnten.

Im Vergleich zur konventionellen Kreuzfahrt liegt der Unterschied in erster Linie darin, dass das Showprogramm schriller und glamouröser ist. Auch der Community-Gedanke kann natürlich ein Vorteil sein; Flirten und Kennenlernen ist weitaus einfacher möglich. Handfeste Argumente für die Reiseneigung von Schwulen gibt es übrigens durchaus: weil die meisten Homosexuellen keine Familie zu ernähren haben, steht ein größeres Einkommen zur Verfügung - und dieses wird gerne auch für die Reise ausgegeben.